Rückmeldung zu Ihrem Tätigkeitsbericht im Ausschuss für Generationen und Soziales, Schulträgerausschuss:
Sehr geehrte Frau Sold,
zunächst möchte ich Ihnen für Ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz als Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schifferstadt danken.
Ihre Arbeit ist von großer Bedeutung, und ich schätze Ihr Engagement für die Gleichstellung der Geschlechter. Ihr Einsatz in dieser wichtigen Position seit 2005 ist unbestritten und verdient Respekt.
Allerdings habe ich mit Besorgnis Ihre Aussagen zur Umfrage unter Männern im Alter von 18 bis 35 Jahren zur Kenntnis genommen, in der ein Drittel von ihnen Gewalt gegen Frauen gutheißt. Diese Tatsache ist alarmierend und sollte von uns allen entschieden abgelehnt werden.
Was in Ihrer Darstellung nicht erwähnt wurde, ist die demografische Zusammensetzung dieser Gruppe. Mittlerweile hat ein Drittel der Männer in dieser Altersgruppe einen Migrationshintergrund, insbesondere aus muslimisch geprägten Ländern. Diese Tatsache ist von großer Relevanz, da sie auf unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Werte hinweist, die das Frauenbild beeinflussen können. Es ist wichtig, diese Aspekte in der Diskussion über Gewalt gegen Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter zu berücksichtigen.
In diesem Zusammenhang möchte ich ein Zitat von Helmut Schmidt anführen: „Wir müssen eine weitere Zuwanderung aus fremden Kulturen unterbinden“, sagte er 2005 in einem „Focus“-Interview. Er stellte klar, dass Zuwanderung als Mittel gegen Fachkräftemangel und Überalterung in Deutschland nicht infrage kommt. Die Zuwanderung von Menschen aus dem Osten Anatoliens oder aus Schwarzafrika löst das Problem nicht; sie schafft nur ein zusätzliches, dickes Problem.
Des Weiteren haben Sie in Ihrem Bericht eine politische Partei erwähnt, die angeblich die Gleichstellungsbeauftragte abschaffen und durch eine Familienbeauftragte ersetzen möchte. An dieser Stelle hätte ich fast gelacht. Wenn Sie Kritik an der AfD äußern möchten, haben wir damit kein Problem, aber dann sprechen Sie diese doch auch direkt an und reden nicht um den heißen Brei. Ihre Andeutung, dass die AfD Frauen wieder „nur am Herd“ sehen möchte und dass diese Partei viele deutsche Kinder haben möchte, ist nicht nur einseitig, sondern auch irreführend.
Die Herausforderungen, vor denen Frauen heute stehen, insbesondere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, sind vielschichtig und erfordern eine differenzierte Betrachtung. Es ist wichtig zu erkennen, was viele Frauen in ihrer Elternzeit aktuell durchleben. Oft müssen Mütter aus finanziellen Gründen bereits nach 12 Monaten wieder arbeiten und ihre Kinder in die Obhut von Tagesmüttern geben. Meine Frau ist selbst Tagesmutter, und ich erlebe häufig, wie Mütter verzweifelt versuchen, ihre Kinder einzugewöhnen, weil eine Verlängerung der Elternzeit aus finanziellen Gründen nicht möglich ist.
Dies führt zu einem enormen Druck, der nicht ignoriert werden kann.
Es ist bedauerlich, dass Sie eine negative Haltung gegenüber dem deutschen Nachwuchs zum Ausdruck bringen, während gleichzeitig die Notwendigkeit einer ausgewogenen Diskussion über Zuwanderung und Integration besteht. Ich möchte Sie ermutigen, in Ihren zukünftigen Berichten eine neutralere und umfassendere Perspektive einzunehmen, um die komplexen Herausforderungen, vor denen unsere Gesellschaft steht, besser zu verstehen und zu adressieren.
Ich hoffe, dass Sie meine Anmerkungen als konstruktive Kritik verstehen und dass wir gemeinsam an einer Lösung arbeiten können, die sowohl die Gleichstellung der Geschlechter als auch die Bedürfnisse von Familien in unserer Stadt berücksichtigt.
Gerne können wir uns in einem Treffen austauschen. Vielleicht verstehen Sie dann auch die Position der AfD im Bereich Frauen und Familien. Festzuhalten ist, dass die aktuelle Situation nicht die Schuld der AfD ist, sondern der Parteien, die seit Jahren an der Regierung sind.
Die aktuellen Entwicklungen in Berlin sollten, was die Gleichberechtigung angeht, mit Besorgnis betrachtet werden, denn es wird Frauen immer schwerer gemacht, sich für Familie und Beruf zu entscheiden.
Mit freundlichen Grüßen,
Matthias Kolmer
Fraktionsvorsitzender der AfD Fraktion im Stadtrat Schifferstadt